Pfarre Krems St. Paul

Monatsblatt 2020/01

Die Taufe - das grundlegende Sakrament

Zum Fest der Taufe des Herrn am 12. Jänner

Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe (Mt 28, 19 f). Dieser Auftrag des auferstandenen Herrn an die Jünger, von dem uns der Evangelist Matthäus am Ende seines Evangeliums berichtet, wurde befolgt.

Nach der Herabkunft des Heiligen Geistes zum Pfingstfest sprach der Apostel Petrus in Jerusalem erstmals öffentlich über den Kreuzigungstod Jesu Christi und seine Auferweckung durch Gott, den Vater: der Anfang der christlichen Verkündigung. Das erzählt uns Lukas ausführlich und eindrucksvoll im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte und fügt abschließend hinzu: Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt (Apg, 2, 41).

Ob diese große Anzahl historisch haltbar ist, sei dahingestellt, gewiss war es aber eine erhebliche Zahl, wie man aus der baldigen Verbreitung des Judenchristentums im Heiligen Land schließen kann. Die Apostelgeschichte bringt weitere Beispiele von Neubekehrten, die die Taufe empfingen. Auch Paulus ließ sich nach dem Damaskus-Erlebnis von seinem Gastgeber Hananias taufen (Apg 9, 18). Paulus wird Jahre später in seinem Brief an die Römer der Taufe einen besonderen Abschnitt widmen (Röm 6, 3 ff).

Was aber bedeutet die Taufe? Wir wissen, dass die Verwendung von Wasser zur sakralen Reinigung in der Religionsgeschichte weit verbreitet war. Die christliche Taufe folgt auf das Auftreten Johannes des Täufers und die Taufe Jesu im Jordan, wovon die Evangelisten Markus und Matthäus am ausführlichsten berichten (Mk 1, 9-11; Mt 3, 1-17). Die Taufe des Johannes und die seit dem Urchristentum gespendete Taufe sind jedoch in ihrem Wesen zu unterscheiden. Das erfahren wir von Johannes dem Täufer selbst: Er tauft mit Wasser, Jesus aber mit dem Heiligen Geist (Mk 1, 8; Mt 3, 11; Lk 3, 16). Die Taufe des Johannes war für den Getauften eine Bußtaufe, ein Akt der Umkehr, die christliche Taufe bedeutet darüber hinaus einen neuen Anfang, eine Wiedergeburt (Joh 3, 5; Tit 3,5; Apg 19,4 ff ).

Die Taufe ist das grundlegende Sakrament. Durch die Taufe werden die Empfänger in die Gemeinschaft der Kirche eingegliedert (Apg 2,41; 1 Kor 12, 13 f; Gal 3, 26-28; Eph 4, 5). Die Taufe schenkt Sündenvergebung und ein neues Leben aus der Kraft des Hl. Geistes (Apg 2, 38; Mk 16, 16).

Hervorzuheben ist die ökumenische Bedeutung der Taufe. In den christlichen Kirchen gibt es weitgehend Konsens zum Wesen der Taufe. Sie darf als sakramentales Band einer bereits gegebenen Einheit der getrennten Christen angesehen werden (vgl Vaticanum II, Dekret über den Ökumenismus 3 und 22).

Dr. Heinz Steiberger

Literatur:
Lexikon für Theologie und Kirche (Herder)

Lexikon der katholischen Dogmatik (Herder)

Fotos:
Taufbecken St. Stephan, Wien, © Bwag/Commons
Taufbrunne Krems-Stpaul, © Dirnberger