Pfarre Krems St. Paul

Monatsblatt 2018/05

Die Heilige Dreifaltigkeit

Den Mai in diesem Jahr 2018 ziert ein Reigen schöner Festlichkeiten: Maiandachten, Erstkommunion, Pfingsten, Firmung und Dreifaltigkeitsfest. Den Abschluss der Festtage bildet der Sonntag nach Pfingsten. Am Kalender steht der Dreifaltigkeitssonntag. Dieses Fest wird sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche gefeiert. Der Festinhalt ist kein direktes Ereignis der Heilsgeschichte (wie Ostern oder Weihnachten), sondern ein sogenanntes „Ideenfest". Das Dreifaltigkeitsfest ist aus dem Glauben heraus entstanden.

Biblisch bezeugt ist die trinitarische Taufformel z.B. in Mt 28,19. Vom Glauben her wird die Wesenseinheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist gesehen. Über mehrere Jahrhunderte lang wurde in der Kirche auf Synoden und Konzilien um das Bekenntnis des Glaubens an den dreieinen Gott - wesensgleich in drei verschiedenen Personen - gerungen. In der Frömmigkeit des Volkes war er jedoch längst verwurzelt.

Die Barockzeit war nach den Jahren der Glaubenskriege und der Pestzeit eine friedliche Epoche und hatte ganz neue künstlerische Möglichkeiten. Hier fand der Glaube an die Dreifaltigkeit seinen Ausdruck etwa in Bildern, Statuen, Säulen oder ganzen Kirchenbauten wie z.B. am Sonntagberg.

Entscheidende Vorbildwirkung (auch für den ungarischen, mährischen und böhmischen Raum) kam dabei der Wiener Pestsäule am Graben zu. Weitere sogenannte Pestsäulen finden sich etwa in Bad Großpertholz, Heiligenkreuz, Perchtoldsdorf, Wiener Neustadt, Göllersdorf, St. Pölten, Langenlois und Zwettl.

In Krems wurde auf dem Platz zwischen dem Täglichen Markt und der Göglstraße im Jahre 1738 zum Dank für den göttlichen Schutz bei Drangsalen, Kriegen und Pest eine Dreifaltigkeitssäule errichtet. Schließlich gab diese Säule dem Platz eine wunderschöne Gestaltung und seinen Namen: Dreifaltigkeitsplatz. Beim Verweilen kommen mir verschiedene Gedanken: Eine Säule ragt in den Himmel und gibt den Menschen einen Hinweis über das Leben. Sie verbindet gleichsam Himmel und Erde. Ein Ausdruck unseres christlichen Bekenntnisses: Der Sohn Gottes kommt als Mensch auf die Erde und eröffnet uns Menschen das Tor zum Himmel.

Ihr Pfarrer Mag. Anton Hofmarcher