Pfarre Krems St. Paul

Monatsblatt 2017/11

Krankenhausseelsorge - Zeichen des Heiles

Mag. Manfred Hinterleitner, PAss im Landesklinikum Krems, im Interview mit Pfarrer Mag. Anton Hofmarcher

Ein Krankenhaus bietet Hilfe an. Wie in einem Sicherheitsnetz wird ein Patient aufgefangen und medizinisch und pflegerisch versorgt. Worin sehen Sie die Aufgabe der Krankenhausseelsorge?

Wenn ein Patient mit der Diagnose einer Erkrankung konfrontiert wird, löst dies viele Sorgen und Ängste aus. Es stellt sich die Frage nach dem Warum, es drängt sich der Gedanke auf, was es denn für einen Sinn habe, und vielleicht entsteht das Gefühl, dass die Situation so ungerecht sei.

Patienten stehen in einer Ausnahmesituation und ihr Leben wird auf den Kopf gestellt. Taucht da die Frage nach Gott auf?

Seelsorgerinnen und Seelsorger können diese Fragen nicht beantworten – aber sie können die Ohnmacht des Patienten ein Stück weit mitaushalten, sie können den Patienten auf seinem schwierigen Weg begleiten. Einfach da sein, zuhören, gemeinsam beten und vielleicht auch gemeinsam weinen dürfen, kann eine Erleichterung darstellen.

Welche Formen kennt die katholische Kirche, die für Menschen in Krankheit Stärkung und Trost sein können?

Die Krankenhauskapelle ist tagsüber geöffnet und manche ziehen sich in diese Stille des Raumes zurück, um zu beten. Viele Patienten wünschen während ihres Krankenhausaufenthaltes den Empfang der Krankenkommunion. Wenn es gesundheitlich nicht möglich ist, in der Kapelle die Messe mitzufeiern, wird am Zimmer eine Kommunionfeier gestaltet.

Gott sei Dank kann vielen Menschen geholfen werden und sie gehen gesund nachhause. Aber leider gibt es auch schwere Krankheiten.

Zu Beginn einer lebensbedrohlichen Erkrankung - oder auch vor einer großen Operation - kann das Sakrament der Krankensalbung empfangen werden. Es soll den Patienten stärken und ihm Kraft geben.

Seelsorge sieht das ganze Leben eines Menschen und dazu gehört auch das Thema Loslassen und Sterben.

Liegt ein Patient im Sterben, schenkt der Empfang der Krankensalbung die Gewissheit, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang zu einem neuen Leben bei Gott ist. So hat die Kran-kensalbung auch den Charakter des Sterbesakramentes.

Welche weitere Form ist für Bewohner von Altenheimen oder für Langzeitpatienten möglich?

Der Krankensegen ist eine ganz neue Form.
Er soll keine Konkurrenz zur Krankensalbung darstellen, sondern kann sich als Möglichkeit anbieten, wenn die Krankensalbung entweder vom Patienten nicht gewünscht wird oder nicht gespendet werden kann, weil kein Priester vor Ort ist. Der Krankensegen versteht sich als Segensritus, der dem Kranken und dessen Angehörigen Hoffnung gibt. Er kann im Angesicht des Todes auch eine rituelle Gestaltung des Übergangs sein und das Gebet kann durch Kreuzzeichen und Weihwasser unterstützt werden.

Danke Herrn Mag. Manfred Hinterleitner für die Beantwortung der Fragen. Für Ihre Tätigkeit, die Patientinnen und Patienten zu begleiten, viel Kraft und Gottes Segen!