Pfarre Krems St. Paul

Monatsblatt 2017/7

Mariä Himmelfahrt

Der 15. August ist seit dem 5. Jahrhundert als Marienfeiertag nachweisbar und wird im Volksmund auch „Großer Frauentag“ genannt. Maria Himmelfahrt erinnert an die umfassende Bedeutung Marias im Heilsgeschehen.

In der Kunst hat dieser Glaube vielfältigen Ausdruck gefunden. Ein künstlerisches Meisterstück ist die Kremser Piaristenkirche. Vermutlich war an dieser Stelle der erste Kirchenbau von Krems. Die Stadt errichtete in der Mitte des 15. Jahrhunderts eine neue gotische Kirche zu Unserer Lieben Frau. Aufgrund ihrer stilistischen Nähe zur Wiener Dombauhütte wird sie auch als »kleine Schwester« des Stephansdoms zu Wien bezeichnet. In der Barockzeit wurde die Kirche als Ausdruck des erneuerten katholischen Glaubens neu eingerichtet.

Was sieht der Betrachter des Hochaltarbildes der Piaristenkirche in Krems?

Den Aufbau des Altares kann man in drei Teile gliedern. Der untere Bereich ist der Altar mit den beiden Opfergangsportalen. Im Mittelteil das mächtige Altarbild, das durch vier Säulen gerahmt wird. Dazwischen angeordnet vier Evangelisten, die die Menschwerdung Gottes, das Leiden und Sterben Christi und seine Auferstehung für alle Zeit bezeugen. Den krönenden Abschluss bildet die Darstellung der göttlichen Dreifaltigkeit. Gleichsam den Himmel.

Wie stellt die Kunst Maria Himmelfahrt dar? Das Altarbild zeigt in der Mitte ein Grabmal, das offen ist. Beim Grabmal stehen vier Apostel nach vorne gebeugt und schauen in das leere Grab hinein. Drei weitere schauen nach oben.Auffällig in der linken unteren Ecke steht ein Apostel mit ausgebreiteten Armen und dem Blick auf ein besonderes Geschehen über ihm. Oberhalb sieht man die Frau im blauen Gewand mit ausgebreiteten Händen, auf einer Wolke sitzend. Drei Engel mit Flügeln bringen Bewegung in diese Szene hinein.

Nun führt der Blick über den Bildrand hinaus in die himmlische Glorie. Rechts thront Gottvater mit der Weltkugel in der einen und dem Zepter in der anderen Hand. In der Mitte im Strahlenkranz der Heilige Geist in Gestalt einer Taube. Links beugt sich der Auferstandene herunter. Mit weit ausgebreiteten Armen steht er bereit. Gerade so, als ob er Maria (und auch den Betrachter) schon erwartet.

Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) hat mit dem Hochaltarbild („Himmelfahrt Mariae“, 1756) ein Meisterwerk geschaffen. Wer sich ein bisschen Zeit nimmt und den Altar in Ruhe betrachtet – wirklich empfehlenswert, wird sehen, wie lebendig diese Szene wird. Es ist katholischer Glaube, dass Maria „nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen worden ist“ (Pius XII.).

Der Glaube möge uns Hoffnung schenken, dass alles Leben sein letztes Ziel in Gott findet.

Eine erholsame Urlaubszeit und einen schönen Sommer wünscht allen Pfarrangehörigen und Gästen

Ihr Pfarrer

Anton Hofmarcher